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Bei einem Thema stehen sich derzeit Befürworter und Gegner eher unvertöchterlich gegenüber. Oder muss es an dieser Stelle doch „unversöhnlich“ heißen, selbst wenn man das Gendern gutheißt? Unserer Branche ist der Gendergap ja sozusagen immanent: Wir finden „alte weiße Männer“ – wie selbst der ZVA in seiner Branchenstrukturerhebung 2019 spöttisch bemerkt – auf der Inhaberseite; „drei Viertel aller Betriebsinhaber sind Herren“. Der Frauenanteil bei den Beschäftigten dagegen liegt über 60 Prozent – und noch deutlich darüber, wenn man die Inhaber herausrechnet. Das ist historisch gewachsen, und das hat Spuren hinterlassen.

Es fängt schon bei der Berufsbezeichnung an: Wollte jemand (außer Kerstin Müller) tatsächlich „Augenoptikerinmeisterin“ zu der weiblichen Fachkraft sagen, die gerade die Prüfung zum Augenoptikermeister bestanden hat?* Nachgerade dämlich ist allerdings „Augenoptikermeisterin“, denn damit kann nur die (mittelalterliche) Meisterin, respektive Herrscherin oder Bezwingerin eines Augenoptikers gemeint sein. Noch schlimmer die „Augenoptikergesellin“, im schlimmsten Fall also die Gespielin des… Lassen wir das. Die Industrie befeuert diesen Meiler nach Kräften, indem sie Lösungen für „den“ Augenoptiker anbietet, mit denen „der“ Kunde „des“ Augenoptikers noch besser seine generisch-maskuline Tageszeitung lesen kann.

Doch halt, da tun wir den Journalistenkollegen Unrecht. Gerade kommt die Meldung herein, dass die deutschen Nachrichtenagenturen fortan das generische Maskulinum „schrittweise zurückdrängen“ wollen. Allerdings werden dpa & Co. Gendersterne und Binnen-I vorerst nicht zum Einsatz bringen, sondern laut einer gemeinsamen Stellungnahme vom 21. Juni „viele andere Möglichkeiten zur Vermeidung diskriminierender Sprache“ nutzen – also etwa Umschreibungen mit Infinitiv, syntaktische Lösungen oder Plural- und Doppelformen.

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Foto: Adobe Stock © studio v-zwoelf

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